" Betriebliches Gesundheitsmanagement auf einem neuen Niveau "

Betriebliches Gesundheitsmanagement Schweiz

14. Februar 2024
Dieter Studer
Betriebliches Gesundheitsmanagement: Grundlagen, Trends und Bedeutung in der Schweiz

In der heutigen Arbeitswelt gewinnt das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zunehmend an Bedeutung. Die Grundlagen dieses Konzepts basieren auf der systematischen und zielgerichteten Steuerung aller Prozesse, die zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden in Unternehmen beitragen. Besonders in der Schweiz, wo hohe Arbeitsstandards und ein starkes Bewusstsein für Lebensqualität vorherrschen, spielt das BGM eine zentrale Rolle. Doch warum ist betriebliches Gesundheitsmanagement so wichtig, und welche Trends zeichnen sich in diesem Bereich ab?

 

Warum Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Die Relevanz des BGM lässt sich nicht nur anhand betriebswirtschaftlicher Kennzahlen festmachen, sondern spiegelt sich auch in der psychologischen und physischen Gesundheit der Belegschaft wider. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein effektives Gesundheitsmanagement zu einer signifikanten Reduktion von Arbeitsausfällen, einer Steigerung der Produktivität sowie einer Verbesserung der allgemeinen Arbeitszufriedenheit führen kann. In der Schweiz, mit ihrem hohen Lebensstandard und den damit verbundenen Erwartungen an die Arbeitsqualität, ist ein proaktives BGM daher unerlässlich. BGM sollte nicht als isoliertes Projekt oder als Checkliste verstanden werden, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie und -praxis. Eine erfolgreiche Implementierung setzt voraus, dass Gesundheitsförderung und Prävention tief in den alltäglichen Abläufen und Entscheidungen des Unternehmens verankert sind. Dies erfordert ein Umdenken bei allen Beteiligten und eine konsequente Führung, die Gesundheit als zentralen Wert begreift und vorlebt.

 

Grundlagen des BGM

Die Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements umfassen mehr als nur die Prävention von Krankheiten. Es geht darum, ein umfassendes Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu schaffen, das sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit einschliesst. Dazu gehören Massnahmen wie die Ergonomie am Arbeitsplatz, Stressmanagement-Programme, Angebote zur Förderung der körperlichen Aktivität und die psychologische Beratung.

 

Trends im BGM

Der Trend im BGM geht in Richtung einer ganzheitlichen Betrachtung des Mitarbeitenden. Dazu zählt die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und die Schaffung flexibler Arbeitsbedingungen, die eine Balance zwischen Beruf und Privatleben ermöglichen. Digitalisierung spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle, etwa durch die Nutzung von Apps und Online-Plattformen zur Gesundheitsförderung oder durch virtuelle Trainingsangebote.

 

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Aktuelle Forschungsergebnisse unterstreichen den positiven Einfluss eines gut implementierten BGM auf die psychische Gesundheit. So zeigen Studien, dass spezifische Interventionen, wie etwa Resilienz-Training oder Achtsamkeitsübungen, Stress am Arbeitsplatz effektiv reduzieren und die allgemeine Zufriedenheit erhöhen können. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für die Schweiz, wo der Arbeitsdruck oft hoch ist und der Bedarf an psychologischer Unterstützung wächst.

 

Emotionale Erschöpfung am Arbeitsplatz und Absenzquoten in der Schweiz

Ein weiteres drängendes Thema im Bereich des BGM ist die emotionale Erschöpfung am Arbeitsplatz. Die steigende Komplexität der Arbeitswelt, der permanente Druck und hohe Erwartungen führen zunehmend zu Burnout und ähnlichen psychischen Belastungen. Diese Entwicklungen sind nicht nur besorgniserregend für die Betroffenen selbst, sondern haben auch messbare Auswirkungen auf die Unternehmen. Die emotionale Erschöpfung trägt signifikant zu den Absenzquoten bei, die in der Schweiz im Jahr 2022 ein Allzeithoch erreichten. Mit durchschnittlich 9.3 Tagen pro Vollzeitangestellte und einer Absenzquote von 4.1% spiegeln diese Zahlen die Dringlichkeit wider, mit der Unternehmen handeln müssen.

 

Fazit

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – besonders in der Schweiz, wo die Ansprüche an die Arbeitsqualität und das Wohlbefinden hoch sind. Durch die Verankerung von BGM in den Unternehmensgrundlagen und das Aufgreifen aktueller Trends können Unternehmen nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden fördern, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Es ist an der Zeit, die Weichen für ein gesundes Morgen zu stellen und BGM als integralen Bestandteil der Unternehmensführung zu begreifen. Die hohen Fehlzeiten sind ein deutliches Signal, dass präventive Massnahmen gegen Stress und Überarbeitung nicht nur eine Frage der Fürsorge, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit sind. Investitionen in psychosoziale Unterstützungsangebote, die Förderung eines offenen Dialogs über psychische Gesundheit und die Schaffung eines Arbeitsumfelds, das Flexibilität und Ausgleich ermöglicht, sind essenzielle Schritte, um dem Trend entgegenzuwirken. Durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema emotionale Erschöpfung und die Etablierung eines ganzheitlichen BGM können Unternehmen nicht nur das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden steigern, sondern auch die Absenzquoten nachhaltig reduzieren.

 

 

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